Umweltmigration – eine kommende Herausforderung

Niemals zuvor seit Ende des
Zweiten Weltkrieges wa –
ren mehr Menschen auf
der Flucht als heute: Auf über 65 Millionen
Flüchtlinge belaufen sich die aktuellen
Schätzungen. Während sich die
internationale Staatengemeinschaft
derzeit vor allem mit den klassischen
Gründen für Migrationsbewegungen
wie kriegerischen Konflikten jeglicher
Art oder mangelnden wirtschaftlichen
Perspektiven beschäftigt, finden
Gründe, welche direkt auf das sich verändernde
Klima zurückzuführen sind,
heute noch wenig Beachtung.
Dürre, Wassermangel oder Überflutung
von Inseln und Küstengebieten werden
jedoch als Folgen der voranschreitenden
globalen Erwärmung mittelfristig
dazu führen, dass ganze Regionen unbewohnbar
werden. So wird neben
einer Binnenmigration auch eine transnationale
Migration der Menschen aus
ihren ursprünglichen Lebensräumen erwartet.
Derzeitige Prognosen rechnen
mit 200 Millionen Umweltmigranten bis
zum Jahr 2050.
Für die internationale Gemeinschaft
stellt diese Gruppe eine Herausforderung
in vielerlei Hinsicht dar. Angesichts
fehlender Verankerung des Typus des
Umweltmigranten in der geltenden internationalen
wie deutschen Rechtsprechung
existiert bisher keine rechtliche
Grundlage zur Anerkennung dieser Personengruppe.
Außerdem wird sich Umweltmigration
nicht auf eine einzige
Fluchtursache reduzieren lassen.
Das Zusammenspiel vieler Faktoren wird
den Ausschlag für die Migrationsentscheidung
geben. Dazu können wirtschaftliche
Gründe, ausgelöst durch
Umweltveränderung, ebenso wie Konflikte
oder Kriege wegen ungleicher
Ressourcenverteilung zählen. Vor diesem Hintergrund ist es umso
entscheidender, internationale Abkommen
zum Klimaschutz einzuhalten
und dafür einzutreten, die globale
Erwärmung sowie deren Folgen zu mildern.
Dazu zählt die konsequente Durchführung
von Anpassungsmaßnahmen in
den betroffenen Regionen, um die kommenden
Herausforderungen bewältigen
bzw. ihre Folgewirkungen sowohl für die
Herkunftsländer von Umweltmigranten
als auch für die Aufnahmeländer abschwächen
zu können. Die aktuelle Prämisse
»Fluchtursachen vor Ort zu
be kämpfen«, erscheint mit Blick auf die
Auswirkungen des Klimawandels notwendiger
denn je.
Franziska Fabritius
Politikwissenschaftlerin und Historikerin

aus dem Gemeindeboot Juni – August 2017

(Foto: Helmut Balke)

Jüterboger Mysterienspiel

Das Jüterboger Mysterienspiel

2017 wird nach fast 500 Jahren erstmalig wieder ein großes Mysterienspiel in der Kirche St. Nikolai Jüterbog aufgeführt.

Das aktuelle Spiel setzt sich aus verschiedenen spätmittelalterlichen Mysterienspielen zusammen und erzählt vom großen Kampf dieser Welt zwischen Gut und Böse.

Wie in der Zeit zwischen 1482 und 1562 spielen auch heute etwa sechzig Erwachsene und Kinder aus der Stadt und der Umgebung die biblischen Geschichten und mittelalterlichen Legenden – vom Fall der Engel bis zur Zerstörung der Hölle.

Erfahren Sie: warum die Engel sich zerstritten, was vom Paradies übrig blieb, wie der Teufel in die Arche kam, warum die Hure Jesu Füße wusch, wie Blut zum Heilmittel wurde und vieles mehr!

Die alten erstaunlich lebendigen Texte werden mit Musik und Choreographie neu aufgeführt.

Ausstellung ‚Blut im Kelch‘

Noch bis 15. Juli 2017 können Sie die Ausstellung ‚Blut im Kelch‘ in der Nikolaikirche besichtigen.

An Hand eindrucksvoller Exponate erfahren Sie mehr über das Abendmahl vor und nach der Reformation. Diverse Kelche, Patenen, Drucke, Bücher und andere Ausstellungsstücke zeigen die Entwicklung des Abendmahls über die Zeiten. Selbstverständlich steht Ihnen ein Ausstellungskatalog zur Verfügung, so dass Sie sich nach eigenem Belieben durch die Ausstellung ‚arbeiten‘ können.

Geöffnet während der Kirchenöffnungszeiten.

Eintritt frei.