Blumen schenken mit Verantwortung

Über drei Milliarden Euro geben Menschen in Deutschland jedes Jahr für Blumen aus. Was die meisten nicht wissen: 80 Prozent der Blüten werden heute über Holland aus Übersee importiert. Sie wachsen am Äquator, wo das Klima perfekt und die Arbeit billig ist. Dabei ist das blühende Geschäft mit den Blumen häufig auch ein schmutziges: schlechte Löhne für die Pflücker, hoher Einsatz von Pestiziden und unbezahlte Überstunden besonders vor Valentinsoder Muttertagen sind auf vielen konventionell arbeitenden Blumenplantagen in Afrika und Lateinamerika die Regel und nicht die Ausnahme. Dazu kommen umgekippte Seen, wie der Naivasha-See in Kenia, ein zu hoher Wasserverbrauch und kaputte Böden rund um die Blumenfarmen. Ganze Volksstämme, wie die Oromo in Äthopien, werden von ihrem Land vertrieben, damit im mer neue Blumenplantagen, möglichst in der Nähe von Flughäfen, entstehen können. Rund 150 000 Oromo haben deswegen bereits ihr Zuhause verloren. Die früher unabhängigen Oromo-Bauern müssen sich nun als schlecht bezahlte Landarbeiter auf den Plantagen verdingen. Von Ausbeutung und Vergiftung der Arbeiter, gar von »Blutrosen« für die Discounter, wo sie für 1,80 € das Bund angeboten werden, sprechen das Menschenrechtsnetzwerk FIAN und die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Ein anderer, sozial und allmählich auch ökologisch sauberer Weg wird auf Plantagen gegangen, die für den fairen Handel produzieren. Rund 56 sind es weltweit. Hier wird ein angemessener Lohn gezahlt, Kinderarbeit ist verboten. Auf Fair Trade Plantagen muss das Gießwasser recycelt und gefiltert und der Einsatz von Pestiziden reduziert werden. Dass die Besitzer der fairen Blumenplantagen alle diese Regeln einhalten, prüfen die Inspektoren von FLO-Cert der Kontrollinstanz von Faitrade international. Auch beim Kauf von Blumen tragen wir Verantwortung den Menschen und der Umwelt gegen- über. Schauen Sie deshalb beim Blumenkauf zuerst auf das regionale Angebot und dann auf das Fair Trade Zeichen.

(Quelle: zeitzeichen 08/2014; www.gfbv.de)

Claudia Gust, Langenlipsdorf