Wiederinbetriebnahme der ältesten Orgel Brandenburgs in der Nikolaikirche

Ein einzigartiges Instrument erklingt wieder

Nach mehr als ein Jahr andauernder Restaurierung kann Brandenburgs älteste noch erhaltene Orgel Brandenburgs in Jüterbog wieder in Gebrauch genommen werden.

Am Samstag, den 1. September um 19 Uhr wird mit einem festlichen Konzert ein besonderes Instrument wieder in Gebrauch genommen: das 1657 vom Orgelbauer Christoph Werner errichtete Orgelpositiv in der St. Nikolaikirche Jüterbog. Es befindet sich direkt im Altarraum, denn das kleine Instrument mit fünf Registern war ursprünglich nur für den liturgischen Gebrauch bestimmt. Heute stellt die kleine Orgel eine Rarität dar. Nach Expertenmeinung ist es das älteste, noch erhaltene Instrument seiner Art im Land Brandenburg.

Es durchlebte alle Umbrüche der Musikgeschichte mit ihren Spuren über Renaissance, Barock, Klassik bis hin zur Romantik. Die jeweiligen Umbauten entsprachen zwar dem Zeitgeist, schadeten aber dem wertvollen Instrument. In der nun zu Ende gegangenen, aufwendigen Restaurierung durch die Berliner Orgelbaufirma Karl Schuke gelang es, den klanglichen Originalzustand wiederherzustellen. Es handelt sich dabei um die sogenannte mitteltönige Stimmung, wie sie so sonst in keiner anderen Orgel in Brandenburg anzutreffen ist.

Möglich machten dies auch zahlreiche Privatspenden und Fördermittel aus dem Bundesprogramm für national bedeutsame Orgeln. Jüterbog kann damit wieder eine und in dieser räumlichen Dichte einzigartige Orgellandschaft vorweisen.

Mit dem Konzert am 1. September soll all denen, die das Projekt unterstützt haben, gedankt werden. Musikalisch dazu beitragen werden Organist Leonard Sanderman (Großbritannien) und der Kammerchor „Samuel-Scheidt-Ensemble“ unter Leitung von Kreiskantor und Kirchenmusikdirekter Peter-Michael Seifried.